Hinweis: Petition gegen ein Verbot von Videspielen

Wie schon ein paar mitgekriegt haben, ist seit Sonntag eine Petition mit dem Namen: “Straftaten gegen die öffentliche Ordnung – Gegen ein Verbot von Action-Computerspielen vom 05.06.2009″ online hier zu finden. Es haben schon 30726 (Stand 16:31) die Petition unterzeichnet und hoffen dass auch ihr diese Petition unterzeichnet. 50000 Stimmen sind notwendig damit der Bundestag darüber reden müssen und nicht verzweifeln wegen dem langsamen Server.

Generationenkonflikt und Politikverdrossenheit

Wer hat es noch nicht gehört: Die heutige Jugend ist faul, hat kein Interesse an Politik und früher war doch sowieso alles besser. Diese Schlagwörter gab es in jeder Generation seit den glorreichen preußischen Paradegenerationen, sei es der Rock’n’Roll, der Minirock oder seit ein paar Jahren das Internet. Die Welt geht vor die Hunde und nur die unter 30 Jährigen sind daran schuld. Gründe dafür sind schnell gefunden, einfach die Unterschiede zwischen der heutigen Jugend und allen anderen anschauen. Continue reading ‘Generationenkonflikt und Politikverdrossenheit’

Jörg Tauss über die Grundrechte

Heute hat Herr Tauss, ehemaliger SPDler und neuer Pirat, im Bundestag über die Grundrechte, Datenschutz und die Politikverdrossenheit der Jugend geredet. Leider, wie meistens der Fall, waren nur wenige Sitze belegt und die meistens haben wohl nicht zugehört, aber es freut mich zu sehen, dass wir zumindest eine Stimme im Bundestag haben.

,,Es wird weniger geballert als ich erwartet habe!”

Es ist ein stürmischer Freitag Nachmittag an dem ich mich in das Congress Center Hamburg begebe, es ist endlich wieder soweit: Intel Friday Night Game in Hamburg. Doch was mache ich bereits Nachmittags vor dem CCH? Zustände wie bei einem Tokio Hotel Konzert gibt es schließlich in Deutschland (noch?) nicht. Ich folge lediglich der Einladung von Turtle Entertainment, denn ich interessiere mich für die Eltern-LAN.

Wo bitte gehts zur Front?

Angekommen im CCH wende ich mich zunächst an die freundliche Mitarbeiterin am Informationsschalter, die mir sogleich den Weg weist. Zu dumm, dass ich das selbst hätte sehen können. Deutscher Pünktlichkeit sei dank war ich überpünktlich, so wurde zunächst etwas Zeit totgeschlagen. Dabei wurde ich vom Fragster Redakteur Jan Leverenz beobachtet, den man vorerst vertröstete. Ich hingegen heftete mich zu gegebener Zeit an die Event Crew der ESL, da die Räumlichkeiten der Eltern-LAN gut versteckt waren. Schritt halten war schwer, es waren zuwenig Laptop’s für die Eltern aufgebaut. Macht nichts! Geschwind die Zeit sinnvoll genutzt und ein kleines Gespräch mit dem Lump (Anm.: Adrian Weiß) geführt. Kurz darauf bat Arne Busse von der Bundeszentrale für politische Bildung um Aufmerksamkeit: Leider müsse man noch etwas an der Technik arbeiten und bitte daher noch um ein klein wenig Geduld. Der ein oder andere mag sich an dieser Stelle, wie auch ich, mit einem Grinsen seinen Teil denken.

Pioniersarbeit

Die Technik wurde zwischenzeitlich besiegt und so beginnt Arne Busse mit der Vorstellung seiner Person und Mission. Nachfolgend wird uns Torben Kohring vom Computerprojekt Köln e.V. durch das anstehende Programm führen. Jener zeigt einen kleinen Einblick in den Spieleratgeber-NRW und die Spiele die hier gespielt werden. Tobias Miller wird in der Pädagogische Beurteilung und Nachbesprechung zu Wort kommen. Der Junge Mann ist Mitarbeiter von Spielbar.de, der interaktiven Plattform der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Computerspiele. Selbstverständlich ist auch Adrian Weiß, PR Manager bei Turtle Entertainment, als Vertreter der ESL anwesend. Jene unterstützt die Eltern-LAN bei der Technik. Im Programm steht nun die Spielzeit an, sogleich fängt Herr Kohring an das erste Spiel anzukündigen: Trackmania, ein Rennspiel. Es wird dazu ein kurzes Video gezeigt, ein paar Worte zur Steuerung. An den Plätzen liegen übrigens zwei Kärtchen, auf denen eben jene Steuerung für Trackmania und das Zweite Spiel, Counter-Strike, aufgedruckt sind.

,,Let the games begin…”

Nun ist es soweit: Nach der Erklärung zur Steuerung wagen sich die Eltern und Lehrer zunächst auf die Rennstrecke. Arne Busse gibt das Startsignal für Christian Hellrung; “Fangen wir mit einem 10 Minuten Zeitlimit an”. Dabei beobachte ich einem Herren, der entweder heimlich geübt hat oder einfach ein Naturtalent ist. Bei der Dame neben ihm klappte das allerdings nicht ganz so gut, ein Schelm wer nun böses denkt. Und während grüne Männchen durch die Reihen huschen um zu helfen, drehen alle tapfer ihre Runden. Ein paar zuviele, wenn man mich fragt. Schlussendlich war Counter-Strike an der Reihe, das menschenverachtende Ballerspiel. Zunächst eine ausführliche Erklärung, wieder in Form eines Videos, dass die zu spielende Karte zeigt. Dazu die Aufforderung, sich zunächst friedlich die Karte anzusehen. Recht schnell hatte man aber die ersten Verluste zu beklagen. Keine 5 Minuten wurde Counter-Strike “gespielt”, schon standen verdächtig viele Spielfiguren regungslos an ihren Ausgangspunkten. Ich konnte das gut beobachten, hatte ich mir doch einen Platz hinter dem Laptop von Christian Hellrung ausgesucht. Jener stand später nicht nur Rede und Antwort zu seiner eSport Karriere, vielmehr kümmerte er sich um den Spielablauf und griff auch in diesen ein. Auch der Lump bot mir an, mich an einen Laptop zu setzen und merkte zugleich mit einem grinsen an “aber da du sicher selber Counter-Strike spielst wäre das unfair”. Wie wahr, außerdem fand ich es interessanter die Wölfe zu beobachten. Wölfe? Wovon ich Rede? Natürlich von der Presse.

Keine T-Shirts für die Eltern

Neben mir, am Eingang, stand plötzlich der Daniel (Anm.: ESL-TV Host Daniel “AbubakeR” Belala). Ein Zeichen dafür das der Veranstalter die Notbremse ziehen will. Ob sie wohl vor der Tür geknobelt haben? Hätte doch nur Dennis (Anm.: ESL-TV Moderator Dennis “TaKe” Gehlen) gewonnen. Das gäbe meines Erachtens ein Bild für die Götter, wenn der Dennis “rumwütet“. Und während Arne Busse den Daniel Ankündigt, greift Adrian zum Handy. Was er wohl vor hat? Gespannt lauschen wir nun, was es bedeutet ESL-TV Host zu sein und wie der Daniel dazu überhaupt kam. Dabei schwenkte das Thema irgendwann auf Jugendschutz um. Leider war Adrian Weiß zu diesem Zeitpunkt vor der Tür am Telefonieren: Sein Einsatz wäre hier gefragt. Daniels Ankündigung “auf die Rentner im Publikum Rücksicht zu nehmen”, wie eine Lehrerin scherzhaft anmerkte, sollten wir aber leider verpassen. Da war der Adrian wieder, huschte durch zu Arne. Und just in diesem Augenblick konnte verkündet werden, das uns gleich zwei Warcraft 3 Spieler Rede und Antwort stehen werden. So schnell wie Daniel kam verschwand er auch wieder, da er sich auf die Show vorbereiten müsse.

Christian Hellrung, seinerseits Event Manager bei Turtle-Entertainment, Dennis Schneider und Marc Förster, Warcraft 3 Spieler und Kontrahenten an diesen Abend, stellten sich nun vor. Adrian versuchte dabei mit einem Grinsen ein oder zwei Mal den Christian aus dem Konzept zu bringen, während er sich vorstellte. Es war eine lockere Runde und die Eltern hatten durchaus interessante Fragen. Als Dennis Schneider, in der Szene eher bekannt als HasuObs, von Reisen nach China erzählte wurde der ein oder andere doch ein wenig neidisch.

Wie zu beginn der Veranstaltung angekündigt stand im Anschluß die Pause an. Das war die Gelegenheit für mich, für meinen Aritkel zu Arbeiten. So sprach ich mit Guido Jauernig, einen der grünen Männchen. Schnell wurde aus dem Gespräch unter vier Augen eine kleine Diskussionsrunde mit den betreuenden Spielern. Man war sich schnell einig, das in einer Stadt wie Hamburg die Teilnehmerzahl zu gering sei. ,,Das könnte mitunter daran liegen, das einfach keiner von der Veranstaltung weiß” merkte Guido an. Das würden alle gern ändern, wie sich in der Nachbesprechung herausstellen sollte. Und etwas über die Presse haben wir auch geschimpft. Aufmerksamkeit der Medien schön und gut, aber es ist schon so schwer genug den Eltern in solch einer kurzen Zeit die Faszination eSport näher zu bringen, da muss sich nicht direkt auf die spielenden Eltern gestürzt werden.

Wir haben doch keine Zeit

Gut gestärkt sollte es doch sogleich wieder weiter gehen. Torben Kohring ließ verlauten dass bei den vergangenen Eltern-LAN Veranstaltung oftmals der Wunsch geäußert wurde, auf das Thema Exzessives Spielen einzugehen. Dem wolle man heute erstmals nachkommen, und auf dem Fernseher vor uns begann sich ein mir wohl bekanntes Bild aufzubauen. Der World of Warcraft Charakterscreen. Umstritten in vielerlei Hinsicht unterhielt man sich über Extremfälle, von denen aus dem Publikum eine Dame einen kannte. Ich hatte mich gerade erst beruhigt, dann wurde sehr einseitig über eines meiner Lieblingsspiele diskutiert. Nicht nur mein Kollege Tobias Scholz hat mehrfach angemerkt, das WoW Spieler zu mehr fähig sind, auch Torben Kohring ging darauf ein. Und dann kam meines Erachtens der Schock für die Eltern: Denn eigentlich sei man selbst schuld. Man müsse hinsehen. Spätestens jetzt wurde klar, das wir den Zeitplan sprengen werden. Es folgte eine weitere, sehr spannende Diskussion, über Extremfälle und die Tatsache das mehr Aufklärung nötig sei. Am ende des Vortags zum Thema Exzessives Spielen schaute Tobias Miller oft auf die Uhr, ja wirkte gar ein wenig nervös. Er leitete die Pädagogische Beurteilung und Nachbesprechung ein. Erstaunlicherweise waren viele Medienvertreter bereits verschwunden. Die letzten Stunden waren jedoch, gerade beim Thema Exzessives Spielen und der Nachbesprechung, am interessantesten.

Es wurde nun noch einmal Diskutiert über gut und richtig, einige haben dabei eine sehr neutrale Einstellung demganzen gegenüber. “Ich bin ihnen sehr dankbar für diese Aktion” fing eine Dame aus der vordersten Reihe an “Counter-Strike sei ja ein modernes Räuber und Jandarme Spiel”. Und diese moderne Variante sollten sich die Eltern nun auf dem bereits gestarteten iFNG Hamburg ansehen. Es wurden zwei Gruppen gebildet, die erste mit Torben, Arne und Tobias. Die Zweite Gruppe übernahmen Guido und Adrian. Ich entschloss mich dazu, die zweite Gruppe zu begleiten, was sich später als Glückstreffer herausstellen sollte.

du kannst das doch sicher besser erklären als ich!

Angekommen vor der Bühne verfolgten wir das Counter-Strike:Source Spiel zwischen mTw und YDK.me, welches schon eine Weile lief. Zusammen mit den 3 Spielern der OldieFighters war ich ganz in Gedanken in das Spiel vertieft. Neben mir jedoch kamen bei einem Lehrer und Vater mehr und mehr Fragen auf. Plötzlich sprach mich Adrian an und meinte “du spielst ja auch selber, oder? Du kannst das doch sicher besser erklären als ich!”. Obwohl, glücklicherweise, alle Spieler in unserer Gruppe waren, war keiner in greifbarer Nähe. Allerdings wollte ich sowieso meinen Beitrag zur Aufklärung leisten, schließlich war ich dafür zur Eltern-LAN gekommen. Und so erklärte ich bereitwillig Spielzüge, unterschiede in Waffen und Karten usw. “Es wird weniger geballert als ich erwartet habe!” sagt der Herr zu mir. Lächelnd antworte ich dass “das an Counter-Strike:Source liegt”. Endlich stand WC3 an, auf das Spiel hatte ich mich sehr gefreut. Dass ich das ganze nicht in Ruhe verfolgen konnte störte sogar nicht wirklich, denn es wurde sehr viel Interesse daran gezeigt wenigstens ein bisschen zu verstehen. Auch hier erklärte ich bereitwillig das, was ich wusste. Vielleicht sollt ich mich ja mal als Moderator auf ESL-TV versuchen? Gegen Ende der WC3 Begegnung verabschiedete sich Adrian von uns, jener musste schließlich noch arbeiten. Da hatte ich Glück, ich konnte mit den Eltern Platz nehmen und den restlichen Abend genießen.

Zurück in das Jahr 2004: eSport – Eine Gefahr für die Menschheit?

Ich habe gerade ein wenig in meinen alten Unterlagen gesucht und bin über einen interessanten Artikel von mir gestolpert. Er stammt aus dem Jahre 2004 und wurde in dem damaligen Magazin eMAG veröffentlich. Interessant sind die vielen Parallelen von der Diskussion um Erfurt und jetzt Winnenden. Und nicht wundern über den Schreibstil in fünf Jahren kann sich einiges ändern. (Das Original ist hier zu finden)

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ESCONF: expect emotions

Lange war es ruhig um gameearth, aber der eSport kennt solche kreativen Pausen nicht. Am 26 Mai war die ESCONF in Köln am Zollhafen und im Gepäck ein interessantes Programm mit Vorträgen von Prof. Müller-Lietzkow, den Schellhasen-Zwillingen, Ibrahim Mazari von Turtle Entertainment und Simon Wondracek und Stefan Dähn. Die Konferenz wurde in den Örtlichkeiten von Electronic Arts am Zollhafen ausgetragen und ich muss gestehen, abgesehen von den Baustellen, ein sehr schöner Arbeitsplatz.

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Generation G: Computerspieler als Sicherheitsrisiko?

Ich möchte auf einen Blog-Eintrag von meinem Vater hinweisen, das das Thema von Computerspielen insbesondere WoW im Zusammenhang Personalmanagement betrifft. Hoffe auf eine rege Diskussion, der Blog ist hier zu finden.

Der monochrome Spiegel der Gesellschaft!

Die Diskussion über den Amoklauf von Winnenden ist sehr schnell auf die Killerspiel-Diskussion umgeschwenkt. In dem folgenden Artikel werden die journalistischen Reaktionen des Spiegels auf den Amoklauf hinterfragt – ein Beispiel für die einseitige und populistische Recherche des Magazins, insbesondere hierbei die Ausgabe 12/09 und der Artikel über den offenen Brief von Winnenden. Weiterhin werden Punkte besprochen und vor allem die Kehrseite der Medaille, d.h. Fakten, Untersuchungen und Meinungen genannt, die dem Phänomen Video Games positiv entgegentreten. Auch das Thema Online-Spielsucht muss kritisch angegangen werden, da durch eine sinnlose Verbindung der Themen, World of Warcraft zu einem Killerspiel gemacht wird.

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Das Pokern um Wählerstimmen

,,Daraus spricht mehr als nur Dummheit oder Desinteresse. Hier verbirgt sich das eigentliche Problem: eine totale und selbstgefällige und unerschütterliche Ignoranz gegenüber jugendlichen Lebenswelten.“
Arno Frank – taz.de
[ Link zum Artikel ]

Ein Recht auf Informationen – doch zu welchem Preis?

Die letzten Wochen haben wieder auf tragische Weise gezeigt, dass in Deutschland viel Aufklärungsbedarf besteht. Nachdem die Medien die Pressefreiheit offenbar als Freischein für ihren ganz persönlichen Amoklauf sehen, sind viele fassungslos. Eiskalt und fernab jeglicher Berufsethik wird über alles berichtet, was man in die Finger bekommt. Und so musste es ja kommen das wieder einmal die Schuld auf die so genannten “Killerspiele” geschoben wird. Spiele wie Counter-Strike in dem man, so glaubt man einigen Medien, wie ein blutrünstiges Monster agiert; immer auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Und just in diesem Augenblick treten auch wieder einige Politiker auf den Plan, die auf diesen Zug aufspringen und mit blindem Aktionismus nach verboten schreien. Jede Gelegenheit wird, seitens der Medien, genutzt, dem Nachdruck zu verleihen. So betitelt man den offenen Brief der Hinterbliebenen von Winnenden mit Überschriften wie “Familien von Winnenden fordern Killerspiel Verbot”, obwohl dies nur einer kleiner Teil des offenen Briefes ist.

Auswirkungen für den eSport

Die Auswirkungen dieser regelrechten Hetzjagd habe ich bereits zu spüren bekommen, so bin ich nicht der Einzige aus dem Freundeskreis der des Öfteren gefragt wird, wie man nur solch ein brutales Spiel spielen kann und das so etwas verboten gehört. Aufklärende Versuche werden dabei meist in politischer Manier zerschmettert. Die Hoffnung dass das bevorstehende “IFNG” Stuttgart, gut zwei Wochen nach den schrecklichen Ereignissen, durch die Nebenveranstaltung “Eltern LAN” einen wichtigen schritt zur Aufklärung beitragen kann. Doch hatte man dabei nicht mit der Stadt Stuttgart gerechnet, so wird Stuttgarts Oberbürgermeister in einer Pressemitteilung wie folgt Zitiert:

Angesichts der Ereignisse und dem schrecklichen Amoklauf in Winnenden und Wendlingen, bei dem 15 Menschen getötet wurden, können wir eine solche Veranstaltung derzeit in unserer Stadt nicht akzeptieren“.
[ Link zur Pressemitteilung ]

Über das Ziel hinaus schießen

Spätestens nach den ersten Meldungen der Medien, die ein reges Interesse an diesem Thema haben, in denen es z.B. heißt ,,Keine Computer-Spiel Nacht […] dort sollte unter anderem auch das als Killerspiel kritisierte Counter-Strike und Warcraft 3 gespielt werden.”, wird klar: Recherche Fehlanzeige. Leider ist dieser Schritt der Stadt, im Nachhinein betrachtet, nur allzu verständlich. Nicht nur um für die Kommunalwahl in Stuttgart zu punkten, nein vielmehr sagen uns die Medien bereits über Jahre hinweg wie böse doch solch Killerspiele, insbesondere Counter-Strike, sind. So hieß es doch erst kürzlich wieder “Die Abläufe von Winnenden haargenau dem entsprechen“. Der blinde Aktionismus der Politiker tut sein übriges. Die Forderungen nach Verboten wurden in den letzten Tagen wieder stärker und so wagt sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann auf sehr dünnes Eis.

Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.“
[ Link zur Pressemitteilung ]

Gegenwind, ob gut oder schlecht…

Die Pressemitteilungen für, aber auch gegen, ein Verbot von „Killerspielen“ häufen sich fortan. Eines gerät dabei allerdings stets in Vergessenheit: Man verunglimpft Wählerstimmen, vor allem Potentielle Wählerstimmen. Ein Großteil der Jugendlichen betreibt das „ballern am Computer“, was es für Außen stehende ist, als Hobby. Und diese wissen ganz genau, das die Medien und Politiker alle ahnungslos sind. Ihr Vertrauen in die Politik, sofern überhaupt vorhanden in der heutigen Zeit, wird rigoros erschüttert. Gerade aus solchen Gründen wählen Jugendliche nicht, warum auch können sie doch nichts ändern. So entsteht Politikverdrossenheit. Doch nicht nur Jugendliche haben teil an der Jugendkultur des elektronischen Sports, kurz eSport. Jener hat seit 2005 unter der Bezeichnung „Killerspiel“ zu leiden. Diese von Politikern gewählte Bezeichnung eines Spiele Genres ist schlichtweg falsch und vermittelt, nicht zu Letzt dank der einseitigen Berichterstattung der Medien, ein völlig falsches Bild über das Hobby von Millionen Deutschen. Schon Günther Jauch merkte vor einigen Jahren an „wenn durch diese so genannten Killerspiele alle zu potenziellen Mördern und Amokläufern werden würden, dann wäre Deutschland nahe zu menschenleer.“

Begriffserklärungen

eSport
Der begriff bezeichnet den Wettkampf im Spielen von Computerspielen im Mehrspielermodus.

What we do is unique and, most importantly, almost anyone can do it. Not many hobbies get to have that claim. Age, physical ability, sex, creed; not a single one of these things matters in competitive gaming.“ Mike Bembenek – cadred.org

Killerspiel

In der politischen Diskussion wurde der Begriff Killerspiel zunächst für reale Gewaltspiele wie Paintball verwendet. Nach dem Amoklauf von Erfurt im Jahre 2002 wurden damit auch Computerspiele bezeichnet. Beispielsweise der Ego-Shooter “Counter-Strike“.

PEGI und USK

Von diesen beiden Institutionen hat jeder, der sich mit eSport befasst, schon einmal gehört. Pan-European Game Information (PEGI) ist eine Selbstbewertung der Spiele Industrie. Sie verpflichten sich dabei für Käufern und Eltern eine wahrheitsgemäße Beurteilung ihrer Produkte abzugeben. Dieses System, welches im April 2003 eingeführt wurde um den Verkauf von Spielen in Europa zu erleichtern, spricht lediglich eine Empfehlung aus. In Portugal hat man daher kleine Anpassungen an die Gesetze vorgenommen, im Vereinigten Königreich müssen die Spiele jedoch durch das British Board of Film Classification (BBFC) geprüft und mit einer Altersfreigabe gekennzeichnet werden. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ist in Deutschland die verantwortliche Stelle für die Alterskennzeichnung von Spielen. Seit 1994 prüft die USK bereits Spiele, sprach dabei aber bis 2003 ebenfalls nur Empfehlungen aus. Seit April 2003 müssen die spiele durch die USK geprüft und eingestuft werden. Dabei gibt es allerdings auch Lücken im System, so können von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) keine Spiele Indiziert werden, die von der USK gekennzeichnet wurden.

Verwendete Quellen:
Electronic Sports League – ESL
Spieleratgeber NRW
Wikipedia
Pan-European Game Information – PEGI
Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle – USK

Interessante Links zum Thema

Interview mit Neurowissenschaftler Dr. Thorsten Fehr – “[…] das ein, ich sag mal, ganz plattes verbot von Gewaltmedien das Pferd vom Schwanz auf zäumt und das wahre Problem aus den Augen verliert.”
Panorama – Raubzug im Internet – “Winnenden war auch ein Amoklauf der Medien

stigma Videospiele – Aufklärungsprojekt bekannt geworden durch einen Videobeitrag 2007

MMORPGs und Führungsqualitäten

Im Rahmen der Role Play Convention in Köln wurden Workshops über diverse Themen abgehalten. Hier für wurde ich zu dem Thema “Gildenleiter ein potentieller Top-Manager” eingeladen. Anbei ist die Präsentation.