Es ist ein stürmischer Freitag Nachmittag an dem ich mich in das Congress Center Hamburg begebe, es ist endlich wieder soweit: Intel Friday Night Game in Hamburg. Doch was mache ich bereits Nachmittags vor dem CCH? Zustände wie bei einem Tokio Hotel Konzert gibt es schließlich in Deutschland (noch?) nicht. Ich folge lediglich der Einladung von Turtle Entertainment, denn ich interessiere mich für die Eltern-LAN.
Wo bitte gehts zur Front?
Angekommen im CCH wende ich mich zunächst an die freundliche Mitarbeiterin am Informationsschalter, die mir sogleich den Weg weist. Zu dumm, dass ich das selbst hätte sehen können. Deutscher Pünktlichkeit sei dank war ich überpünktlich, so wurde zunächst etwas Zeit totgeschlagen. Dabei wurde ich vom Fragster Redakteur Jan Leverenz beobachtet, den man vorerst vertröstete. Ich hingegen heftete mich zu gegebener Zeit an die Event Crew der ESL, da die Räumlichkeiten der Eltern-LAN gut versteckt waren. Schritt halten war schwer, es waren zuwenig Laptop’s für die Eltern aufgebaut. Macht nichts! Geschwind die Zeit sinnvoll genutzt und ein kleines Gespräch mit dem Lump (Anm.: Adrian Weiß) geführt. Kurz darauf bat Arne Busse von der Bundeszentrale für politische Bildung um Aufmerksamkeit: Leider müsse man noch etwas an der Technik arbeiten und bitte daher noch um ein klein wenig Geduld. Der ein oder andere mag sich an dieser Stelle, wie auch ich, mit einem Grinsen seinen Teil denken.
Pioniersarbeit
Die Technik wurde zwischenzeitlich besiegt und so beginnt Arne Busse mit der Vorstellung seiner Person und Mission. Nachfolgend wird uns Torben Kohring vom Computerprojekt Köln e.V. durch das anstehende Programm führen. Jener zeigt einen kleinen Einblick in den Spieleratgeber-NRW und die Spiele die hier gespielt werden. Tobias Miller wird in der Pädagogische Beurteilung und Nachbesprechung zu Wort kommen. Der Junge Mann ist Mitarbeiter von Spielbar.de, der interaktiven Plattform der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Computerspiele. Selbstverständlich ist auch Adrian Weiß, PR Manager bei Turtle Entertainment, als Vertreter der ESL anwesend. Jene unterstützt die Eltern-LAN bei der Technik. Im Programm steht nun die Spielzeit an, sogleich fängt Herr Kohring an das erste Spiel anzukündigen: Trackmania, ein Rennspiel. Es wird dazu ein kurzes Video gezeigt, ein paar Worte zur Steuerung. An den Plätzen liegen übrigens zwei Kärtchen, auf denen eben jene Steuerung für Trackmania und das Zweite Spiel, Counter-Strike, aufgedruckt sind.
,,Let the games begin…”
Nun ist es soweit: Nach der Erklärung zur Steuerung wagen sich die Eltern und Lehrer zunächst auf die Rennstrecke. Arne Busse gibt das Startsignal für Christian Hellrung; “Fangen wir mit einem 10 Minuten Zeitlimit an”. Dabei beobachte ich einem Herren, der entweder heimlich geübt hat oder einfach ein Naturtalent ist. Bei der Dame neben ihm klappte das allerdings nicht ganz so gut, ein Schelm wer nun böses denkt. Und während grüne Männchen durch die Reihen huschen um zu helfen, drehen alle tapfer ihre Runden. Ein paar zuviele, wenn man mich fragt. Schlussendlich war Counter-Strike an der Reihe, das menschenverachtende Ballerspiel. Zunächst eine ausführliche Erklärung, wieder in Form eines Videos, dass die zu spielende Karte zeigt. Dazu die Aufforderung, sich zunächst friedlich die Karte anzusehen. Recht schnell hatte man aber die ersten Verluste zu beklagen. Keine 5 Minuten wurde Counter-Strike “gespielt”, schon standen verdächtig viele Spielfiguren regungslos an ihren Ausgangspunkten. Ich konnte das gut beobachten, hatte ich mir doch einen Platz hinter dem Laptop von Christian Hellrung ausgesucht. Jener stand später nicht nur Rede und Antwort zu seiner eSport Karriere, vielmehr kümmerte er sich um den Spielablauf und griff auch in diesen ein. Auch der Lump bot mir an, mich an einen Laptop zu setzen und merkte zugleich mit einem grinsen an “aber da du sicher selber Counter-Strike spielst wäre das unfair”. Wie wahr, außerdem fand ich es interessanter die Wölfe zu beobachten. Wölfe? Wovon ich Rede? Natürlich von der Presse.
Keine T-Shirts für die Eltern
Neben mir, am Eingang, stand plötzlich der Daniel (Anm.: ESL-TV Host Daniel “AbubakeR” Belala). Ein Zeichen dafür das der Veranstalter die Notbremse ziehen will. Ob sie wohl vor der Tür geknobelt haben? Hätte doch nur Dennis (Anm.: ESL-TV Moderator Dennis “TaKe” Gehlen) gewonnen. Das gäbe meines Erachtens ein Bild für die Götter, wenn der Dennis “rumwütet“. Und während Arne Busse den Daniel Ankündigt, greift Adrian zum Handy. Was er wohl vor hat? Gespannt lauschen wir nun, was es bedeutet ESL-TV Host zu sein und wie der Daniel dazu überhaupt kam. Dabei schwenkte das Thema irgendwann auf Jugendschutz um. Leider war Adrian Weiß zu diesem Zeitpunkt vor der Tür am Telefonieren: Sein Einsatz wäre hier gefragt. Daniels Ankündigung “auf die Rentner im Publikum Rücksicht zu nehmen”, wie eine Lehrerin scherzhaft anmerkte, sollten wir aber leider verpassen. Da war der Adrian wieder, huschte durch zu Arne. Und just in diesem Augenblick konnte verkündet werden, das uns gleich zwei Warcraft 3 Spieler Rede und Antwort stehen werden. So schnell wie Daniel kam verschwand er auch wieder, da er sich auf die Show vorbereiten müsse.
Christian Hellrung, seinerseits Event Manager bei Turtle-Entertainment, Dennis Schneider und Marc Förster, Warcraft 3 Spieler und Kontrahenten an diesen Abend, stellten sich nun vor. Adrian versuchte dabei mit einem Grinsen ein oder zwei Mal den Christian aus dem Konzept zu bringen, während er sich vorstellte. Es war eine lockere Runde und die Eltern hatten durchaus interessante Fragen. Als Dennis Schneider, in der Szene eher bekannt als HasuObs, von Reisen nach China erzählte wurde der ein oder andere doch ein wenig neidisch.
Wie zu beginn der Veranstaltung angekündigt stand im Anschluß die Pause an. Das war die Gelegenheit für mich, für meinen Aritkel zu Arbeiten. So sprach ich mit Guido Jauernig, einen der grünen Männchen. Schnell wurde aus dem Gespräch unter vier Augen eine kleine Diskussionsrunde mit den betreuenden Spielern. Man war sich schnell einig, das in einer Stadt wie Hamburg die Teilnehmerzahl zu gering sei. ,,Das könnte mitunter daran liegen, das einfach keiner von der Veranstaltung weiß” merkte Guido an. Das würden alle gern ändern, wie sich in der Nachbesprechung herausstellen sollte. Und etwas über die Presse haben wir auch geschimpft. Aufmerksamkeit der Medien schön und gut, aber es ist schon so schwer genug den Eltern in solch einer kurzen Zeit die Faszination eSport näher zu bringen, da muss sich nicht direkt auf die spielenden Eltern gestürzt werden.
Wir haben doch keine Zeit
Gut gestärkt sollte es doch sogleich wieder weiter gehen. Torben Kohring ließ verlauten dass bei den vergangenen Eltern-LAN Veranstaltung oftmals der Wunsch geäußert wurde, auf das Thema Exzessives Spielen einzugehen. Dem wolle man heute erstmals nachkommen, und auf dem Fernseher vor uns begann sich ein mir wohl bekanntes Bild aufzubauen. Der World of Warcraft Charakterscreen. Umstritten in vielerlei Hinsicht unterhielt man sich über Extremfälle, von denen aus dem Publikum eine Dame einen kannte. Ich hatte mich gerade erst beruhigt, dann wurde sehr einseitig über eines meiner Lieblingsspiele diskutiert. Nicht nur mein Kollege Tobias Scholz hat mehrfach angemerkt, das WoW Spieler zu mehr fähig sind, auch Torben Kohring ging darauf ein. Und dann kam meines Erachtens der Schock für die Eltern: Denn eigentlich sei man selbst schuld. Man müsse hinsehen. Spätestens jetzt wurde klar, das wir den Zeitplan sprengen werden. Es folgte eine weitere, sehr spannende Diskussion, über Extremfälle und die Tatsache das mehr Aufklärung nötig sei. Am ende des Vortags zum Thema Exzessives Spielen schaute Tobias Miller oft auf die Uhr, ja wirkte gar ein wenig nervös. Er leitete die Pädagogische Beurteilung und Nachbesprechung ein. Erstaunlicherweise waren viele Medienvertreter bereits verschwunden. Die letzten Stunden waren jedoch, gerade beim Thema Exzessives Spielen und der Nachbesprechung, am interessantesten.
Es wurde nun noch einmal Diskutiert über gut und richtig, einige haben dabei eine sehr neutrale Einstellung demganzen gegenüber. “Ich bin ihnen sehr dankbar für diese Aktion” fing eine Dame aus der vordersten Reihe an “Counter-Strike sei ja ein modernes Räuber und Jandarme Spiel”. Und diese moderne Variante sollten sich die Eltern nun auf dem bereits gestarteten iFNG Hamburg ansehen. Es wurden zwei Gruppen gebildet, die erste mit Torben, Arne und Tobias. Die Zweite Gruppe übernahmen Guido und Adrian. Ich entschloss mich dazu, die zweite Gruppe zu begleiten, was sich später als Glückstreffer herausstellen sollte.
du kannst das doch sicher besser erklären als ich!
Angekommen vor der Bühne verfolgten wir das Counter-Strike:Source Spiel zwischen mTw und YDK.me, welches schon eine Weile lief. Zusammen mit den 3 Spielern der OldieFighters war ich ganz in Gedanken in das Spiel vertieft. Neben mir jedoch kamen bei einem Lehrer und Vater mehr und mehr Fragen auf. Plötzlich sprach mich Adrian an und meinte “du spielst ja auch selber, oder? Du kannst das doch sicher besser erklären als ich!”. Obwohl, glücklicherweise, alle Spieler in unserer Gruppe waren, war keiner in greifbarer Nähe. Allerdings wollte ich sowieso meinen Beitrag zur Aufklärung leisten, schließlich war ich dafür zur Eltern-LAN gekommen. Und so erklärte ich bereitwillig Spielzüge, unterschiede in Waffen und Karten usw. “Es wird weniger geballert als ich erwartet habe!” sagt der Herr zu mir. Lächelnd antworte ich dass “das an Counter-Strike:Source liegt”. Endlich stand WC3 an, auf das Spiel hatte ich mich sehr gefreut. Dass ich das ganze nicht in Ruhe verfolgen konnte störte sogar nicht wirklich, denn es wurde sehr viel Interesse daran gezeigt wenigstens ein bisschen zu verstehen. Auch hier erklärte ich bereitwillig das, was ich wusste. Vielleicht sollt ich mich ja mal als Moderator auf ESL-TV versuchen? Gegen Ende der WC3 Begegnung verabschiedete sich Adrian von uns, jener musste schließlich noch arbeiten. Da hatte ich Glück, ich konnte mit den Eltern Platz nehmen und den restlichen Abend genießen.
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