Monthly Archive for September, 2009

Der Countdown läuft, baby

Doch nicht etwa für das Millennium, sondern für die Bundestagswahl 2009. In 7 Tagen ist es soweit! Warum ihr Wählen gehen sollt, konnte mein Kollege euch bereits sagen. Doch wie läuft das ganze eigentlich ab? Sie haben Post. Und damit ist nicht die nervige Stimme eines bekannten ISP gemeint, sondern die Wahlbenachrichtigung zur Bundestagswahl 2009. Diese Wahlbenachrichtigung sollte vier bis sechs Wochen vor der Bundestagswahl, spätestens 21 Tage vorher, euch per Post zugestellt werden. Neben der Wahlbenachrichtigung befinden sich auch Informationen zur Briefwahl in diesem schreiben. Diese Möglichkeit kann bei der diesjährigen Bundestagswahl erstmals jeder, auch ohne besonderen Grund, in Anspruch nehmen.

Bereits seit längerer Zeit betreiben die Parteien Wahlkampf. Das hat der gemeine Computer- und Videospiel Spieler bereits durch die Absage eines Intel Friday Night Games in Karlsruhe oder dem Verbot einer LAN-Party zu spüren bekommen. Leider tun auch die Medien ihr übriges dazu bei, doch darum geht es hier (heute zumindest) nicht.

Mittlerweile betreiben auch die Parteien Wahlkampf 2.0, etwa via YouTube oder Social-Networks wie Facebook. Doch, obgleich es sich dabei um ein Plakat der Piratenpartei handelt, ist die Aussage dessen korrekt. Man sollte sich selbst eingehender Informieren, zum Beispiel mit hilfe des abgeordnetenwatch. Viele werden sich nun das denken, was ich mir auch denke: Was soll dieser Deutsch-Englisch quatsch? Aber man wollte wohl in Berlin auch ein wenig “in” sein. Trotz des eher unglücklich gewählten Namens lohnt sich ein Besuch auf dieser Seite. Neben allerhand Informationen und Wissenswertes zur Bundestagswahl ist das die Möglichkeit den direkten Kontakt zu den Kandidaten zu suchen. Dabei stolpert man über allerlei Fachchinesisch, so auch ich bei meiner Recherche. Abhilfe konnte dabei die Bundeszentrale für politische Bildung schaffen. In Borm von drei kleinen Videos werden Erst- & Zweitstimme, Überhangmandate und die Fünf-Prozent-Hürde erklärt. Auch findet man weitere Informationen, mit wenigen Klicks, auf der Seite der bpb. Neben der bpb informieren auch der Bundeswahlleiter und der Bundestag auf ihren Webseiten. Wo ihr euer Kreuz macht können wir euch nicht sagen, dass müsst ihr selbst entscheiden. Vielleicht hilft euch ja der Wahl-o-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung bei eurer entscheidungsfindung. Die meisten der 38 Wahl-O-Mat-Thesen decken wichtige sachpolitische Themen zur Bundestagswahl ab. Aber Vorsicht: Einige Geschäftemacher betreiben mit solch Wahl-o-Mat Seiten auch betrügerein. Erst kürzlich ließ die bpb solch eine Seite aus der Google suche entfernen, denn auf jener Seite musste man persönliche Daten angeben und bekam im Zuge dessen bald darauf eine Rechnung von 60€ für den Service, den man auf der Seite in Anspruch genommen hat. Doch solch ein Service sollte stets kostenlos und anonym zur Verfügung stehen, warnt die Verbraucherzentrale Hamburg e.V. vor solchen Betrugsversuchen.

Wer sich also das ganze genauer anschauen will hat auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Bundeswahlleiter oder dem Bundestag Gelegenheit dazu. Und auch wenn der Wahl-o-Mat eine Empfehlung abgibt sollte man nicht nur an der Oberfläche kratzen, vielmehr ein wenig genauer damit befassen. Egal wie du es machst: Es sind Wahlen und du gehst hin!

Es sind Wahlen und du gehst hin!

Am 27. September ist es soweit! Die Bundestagswahlen entscheiden über die nächsten vier Jahre und die Deutschen unter euch sind aufgefordert, wählen zu gehen. Aber manche denken und fragen sich noch immer, warum wählen gehen? Nun ein Grund, den ich hier persönlich aufführen will: weil ihr wählen könnt. Ich, als Österreicher, der in Deutschland geboren ist und immer hier gelebt habe, darf nicht in Deutschland wählen und das nagt schon an mir; aber so was wird euch nicht dazu bewegen zu wählen. Obwohl das super wäre und nein ich werde nicht Werbung für die Piraten machen, mir ist vor allem wichtig, dass ihr euer Recht der Stimme nutzt, auch wenn es bedeutet vom PC wegzugehen.

Wenn wir vom Nichtwählen reden, warum gehen manche Leute nicht wählen? Ein Grund, den ich oft höre: “Meine eine Stimme hat doch keinen Einfluss, die anderen 60 Millionen Wahlberechtigen haben doch mehr Einfluss.” Allein dieser Gedanke wirkt konträr zu dem Grundprinzip der Demokratie: Gerade in Deutschland hat man sehr wohl mit der einen Stimme einen weiteren Einfluss. Denn mit der Erststimme könnt ihr direkt euren Bundestagsvertreter wählen! Und in diesem Pool an potenziellen Wählern hast du sehr wohl Einfluss auf die Wahl, ob dein Kandidat in den Bundestag zieht; vor allem er oder sie muss sich nicht auf seinen/ihren Listenplatz verlassen, sondern kann direkt seinen/ihren Platz im Bundestag einnehmen.

Ein besonderes Beispiel für die Wichtigkeit der Stimme ist für mich das aktuelle Ergebnis im Saarland. 31.516 Wähler haben die Grünen gewählt, was zu einem Ergebnis von 5,9% führte und diese wenigen haben jetzt die Freiheit als Königsmacher in einer Jamaika Regierung oder Rot-Rot-Grün Regierung großen Einfluss auf ihr Kernthema Umwelt zu nehmen und können sich für das beste Angebot entscheiden, wo sie am meisten bewirken können. Wenn nur 4000 Leute gedacht hätten, meine Stimme bewirkt nichts und die Grünen wären nicht im Landestag und Schwarz/Gelb hätte eine Mehrheit!? Ich hoffe dieses Beispiel ist einleuchtend und zeigt die Wichtigkeit deiner Stimme.

Eine weitere Frage: Ich sympathisiere mit einer der kleinen Parteien, ist meine Stimme nicht verloren, wenn ich die wähle? Verloren wird die Stimme nie sein, selbst wenn deine Partei nicht in den Bundestag zieht. Ein Grund, die Partei zu wählen, ist die Finanzierung, die sie durch eure Stimme erhält. Ab 0,5% greift die Parteifinanzierung und dann bedeutet jede Stimme im Endeffekt Geld, Geld was für die nächste Wahl verwendet werden kann, sei es auf Landesebene oder auf Bundesebene. Weiterhin ist deine Stimme ein Ausrufezeichen, zum Beispiel, wenn deine Partei 3% bekommt, dann erhält deine Partei einen eigenen Balken bei der Prognose am Wahlabend. Dieser Balken ist nicht wegzureden und egal wer an die Regierung kommt, muss sich mit diesen Themen auseinandersetzen.

Was ist wenn ihr unzufrieden seid mit den Politikern und wollt die Wahl boykottieren? Zu allererst ist dieser Gedanke verständlich, aber ein Boykott schadet nicht den großen Parteien, sondern unterstützt vor allem die extremen Parteien. Denn leider haben in Deutschland gerade diese Parteien eine fixe Masse an Wählern, die wenig schwanken. Geringe Wahlbeteiligung kommt diesen Extremen zu Gute und deshalb überlegt euch sehr genau, was ein Boykott bedeutet. Ausserdem gibt es genug spezielle Gruppen (nicht anti-demokratisch), die sicherlich wenig Wähler bekommen, aber eine Stimme für sie ist genauso ein Denkzettel wie ein Boykott, jedoch hilft sie den Extremen keine Plattform zu bieten.

Ich hoffe ihr habt ein paar Gründe gefunden, die euch überzeugt haben und ihr geht wählen.

Wenn ihr Fragen habt, wo ihr euch informieren könnt und wie die Wahl abläuft, wendet euch an mich oder lest es in einem weiteren Artikel hier auf GameEarth.